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Dynamischer Stromtarif: für wen sich der Börsenpreis lohnt
Ein dynamischer Tarif gibt den stündlichen Börsenpreis an dich weiter. Das ist reizvoll, wenn du Verbrauch verschieben kannst — und ziemlich egal, wenn du es nicht kannst.
Was ein dynamischer Tarif ist
An der Strombörse wird der Preis für jede Stunde des kommenden Tages einzeln festgelegt. Er richtet sich danach, welches Kraftwerk gebraucht wird, um die letzte nachgefragte Kilowattstunde zu liefern. Bei viel Wind und Sonne ist das ein billiges; an einem windstillen Winterabend ein teures.
Ein dynamischer Tarif gibt diesen Stundenpreis an dich weiter, plus einen festen Aufschlag des Anbieters. Ein normaler Tarif tut das nicht — dort mittelt der Versorger die Schwankungen über das Jahr und lässt sich diese Absicherung bezahlen.
Beweglich ist nur ein Teil des Preises
Das ist der Punkt, an dem die meisten Erwartungen zu hoch sind. Auf deiner Stromrechnung steht nicht nur Strom, sondern auch Netzentgelt, Umlagen, Stromsteuer und Mehrwertsteuer. Diese Bestandteile ändern sich nicht stündlich.
Wenn also der Börsenpreis um die Hälfte fällt, fällt dein Preis nicht um die Hälfte, sondern um den Anteil, der überhaupt beweglich ist. Negative Börsenpreise — die es an sonnigen Feiertagen tatsächlich gibt — bedeuten deshalb nicht, dass du Geld fürs Verbrauchen bekommst.
- Standard-HaushaltstarifVergleichsbasis im Rechner35 ct/kWh
- Dynamisch, Jahresmittelkonservativ, nicht die günstigsten Nachtstunden25 ct/kWh
- Unterschieddas ist die ganze Wirkung des Tarifs10 ct/kWh
Für den Ladebedarf unseres Beispielfahrers — 2.040 kWh im Jahr — sind das rund 204 € im Jahr, wenn der gesamte Ladestrom aus dem Netz kommt. Kein dramatischer Betrag, aber einer, der ohne weiteres Zutun jedes Jahr wiederkommt.
Für wen sich das rechnet
Die Frage ist nicht, ob du viel Strom verbrauchst, sondern ob du verschieben kannst, wann du ihn verbrauchst.
- Ja, wenn du ein E-Auto zu Hause lädstDas Auto steht nachts ohnehin herum. Ob es um 20 oder um 3 Uhr lädt, merkst du nicht — der Preisunterschied zwischen diesen Stunden ist aber der größte des Tages. Das ist der mit Abstand stärkste Grund für einen dynamischen Tarif.
- Ja, bei Wärmepumpe oder HausspeicherBeide können Energie zwischenspeichern und damit gezielt in günstigen Stunden laufen.
- Eher nicht ohne verschiebbare LastenKochen, Licht, Fernseher folgen deinem Tagesablauf, nicht dem Börsenpreis. Wer nur solchen Verbrauch hat, tauscht Planbarkeit gegen wenig Ersparnis.
- Voraussetzung: intelligentes MesssystemOhne modernen, fernauslesbaren Zähler geht es nicht — der Verbrauch muss stündlich zugeordnet werden können. Der Einbau läuft über den Messstellenbetreiber und ist nicht immer sofort zu haben.
Seit 2025 muss jeder Stromlieferant einen dynamischen Tarif im Angebot haben (§ 41a EnWG). Du bist also nicht auf Spezialanbieter angewiesen — fragen musst du trotzdem selbst.
Was schiefgehen kann
Ein dynamischer Tarif ist eine Wette auf ruhige Märkte. In der Energiekrise 2022 wären Haushalte mit reinem Börsenpreis zeitweise deutlich schlechter gefahren als mit einem Festpreis. Das kann wiederkommen.
Es gibt keine Preisgarantie und keine Obergrenze. Wer knapp kalkuliert, sollte entweder einen Anbieter mit Absicherung wählen oder den Wechsel lassen. Wir setzen im Rechner deshalb bewusst ein Jahresmittel an und nicht die Nachtstundenpreise, mit denen gern geworben wird.
Und der Vollständigkeit halber: Der Tarifvorteil und der Solarvorteil addieren sich nicht. Eine Kilowattstunde, die vom eigenen Dach kommt, wird nicht zusätzlich günstig eingekauft — sie wird gar nicht eingekauft. Deshalb teilt unser Rechner den Ladebedarf in genau zwei Töpfe auf: Solar zu 8 ct und Netz zu 25 ct.
Und was heißt das für dich?
Ob sich der Wechsel für dich lohnt, hängt daran, wie viel Strom du überhaupt verschieben kannst. Der Rechner zeigt dir, wie groß der Ladebedarf deines Fahrprofils wäre.
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