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Mit eigenem Dach

Lohnt sich Photovoltaik — und wann nicht?

Die entscheidende Größe ist nicht, wie viel deine Anlage erzeugt, sondern wie viel davon du selbst verbrauchst. Genau daran scheitern die Rechnungen, die zu gut aussehen.

Die Anlagengröße ist nicht die entscheidende Zahl

Angebote für Dachanlagen werben mit Kilowatt-Peak und Jahresertrag. Beides sagt wenig darüber aus, was du sparst. Denn eine erzeugte Kilowattstunde ist nicht gleich viel wert — es kommt darauf an, ob du sie selbst verbrauchst oder einspeist.

  • Erzeugungskosten deiner AnlageAnschaffung über die Laufzeit umgelegt8 ct/kWh
  • Preis, den du sonst zahlstStandard-Haushaltstarif35 ct/kWh
  • Vorteil je selbst genutzter kWhdas ist der eigentliche Hebel27 ct

Speist du dieselbe Kilowattstunde dagegen ins Netz, bekommst du die Einspeisevergütung — deutlich weniger als das, was du im Einkauf sparst. Deshalb entscheidet der Eigenverbrauchsanteil über die Wirtschaftlichkeit, und nicht die Modulzahl auf dem Dach.

Was das Dach fürs Autoladen wert ist

Hier wird es unbequem. Solarstrom lädt dein Auto nur, wenn es tagsüber zu Hause steht. Wer pendelt, lädt abends und nachts — also aus dem Netz. Im Winter, wenn der Verbrauch am höchsten ist, liefert das Dach am wenigsten.

Wir setzen deshalb einen solaren Ladeanteil von 35 % an, mit Speicher 55 %. Das ist die untere Kante der üblichen Spannen. Und so sieht die Rechnung für dasselbe Fahrprofil aus:

  • Laden ohne eigenes Dachkompletter Ladestrom aus dem Netz510 €/Jahr
  • Laden mit Dach, ohne Speicher35 % solar389 €/Jahr
  • Laden mit Dach und Speicher55 % solar319 €/Jahr

Das Dach spart beim Laden also rund 121 € im Jahr, ein Speicher zusätzlich etwa 70 €. Diese Beträge allein tragen keine Solaranlage und erst recht keinen Speicher. Wenn sich eine Anlage rechnet, dann über den Haushaltsstrom — das Auto ist ein Zusatznutzen, kein Argument für sich.

Wann die Antwort Nein lautet

Es gibt Fälle, in denen eine Dachanlage keine gute Idee ist. Sie kommen häufiger vor, als Verkaufsgespräche vermuten lassen:

  • Verschattetes oder ungünstig ausgerichtetes DachEin Baum, ein Nachbargiebel, ein Schornstein — Verschattung kostet überproportional. Reine Nordflächen scheiden praktisch aus.
  • Niedriger Verbrauch, tagsüber niemand daWenig Eigenverbrauch heißt viel Einspeisung, und Einspeisung ist die schlecht bezahlte Verwertung. Ein sparsamer Zwei-Personen-Haushalt ohne Homeoffice und ohne E-Auto ist der klassische Fall, in dem sich die Anlage schleppend rechnet.
  • Das Dach muss ohnehin bald saniert werdenDann erst das Dach, dann die Anlage. Module ab- und wieder aufzubauen kostet zusätzlich und ist ärgerlich vermeidbar.
  • Kurzer ZeithorizontEine Dachanlage rechnet sich über viele Jahre. Wer absehbar umzieht, verschenkt den größten Teil davon — beim Verkauf zahlt sich eine Anlage selten voll aus.
  • Kein Zugriff aufs DachMiete oder Eigentumswohnung ohne Verfügungsgewalt über die Dachfläche. Hier ist ein Balkonkraftwerk die realistische Stufe — mit entsprechend kleinerem Effekt.

Was diese Seite bewusst nicht rechnet

Wir vergleichen ausschließlich die Energiekosten fürs Fahren. Die Anschaffung der Solaranlage, ein Speicher, das E-Auto selbst, Versicherung und Wertverlust stehen nicht in der Rechnung.

Das ist keine Nachlässigkeit, sondern Absicht: Diese Posten hängen so stark an deiner persönlichen Situation — Angebotspreis, Finanzierung, Steuersituation, wie lange du im Haus bleibst —, dass jede pauschale Annahme dazu mehr verschleiern als klären würde. Für die Anlage selbst brauchst du zwei, drei echte Angebote, nicht einen Online-Rechner.

Und was heißt das für dich?

Der Rechner zeigt dir den Teil, um den es hier geht: was dein Dach beim Laden ausmacht. Die Anlage selbst rechnet er nicht gegen — das wäre eine andere, größere Rechnung.

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Stand dieser Seite: . Alle Angaben sind Überschlagswerte und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.