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E-Auto zu Hause laden: was Wallbox, Verluste und Sonne wirklich ausmachen

Zu Hause zu laden ist der günstigste Weg — aber nicht so günstig, wie die Rechnung „Solarstrom kostet fast nichts“ nahelegt. Zwei Effekte drücken den Vorteil: Ladeverluste und die Tageszeit.

Der Zähler zählt mehr, als im Auto ankommt

Der Bordcomputer zeigt dir den Verbrauch ab Batterie. Dein Stromzähler misst, was aus der Wand fließt. Dazwischen geht etwas verloren, und zwar an mehreren Stellen:

  • Wandlung im FahrzeugAus der Steckdose kommt Wechselstrom, die Batterie braucht Gleichstrom. Das Ladegerät im Auto wandelt um und wird dabei warm — die Wärme ist die verlorene Energie.
  • TemperaturBei Kälte heizt das Auto die Batterie, bevor und während es lädt. Im Winter ist der Verlust deutlich größer als im Sommer.
  • NebenverbrauchWallbox und Fahrzeugelektronik ziehen auch dann Strom, wenn gerade nichts in die Batterie fließt. Bei kleinen Nachladungen fällt das prozentual am stärksten ins Gewicht.

Wir rechnen deshalb mit 17 kWh je 100 km inklusive Ladeverlusten. Das ist mehr, als der Bordcomputer eines Kompaktwagens anzeigt — und es ist der Wert, der auf deiner Stromrechnung landet. Wer einen großen SUV oder ein schweres Elektroauto fährt, liegt darüber.

Wallbox oder Steckdose

An einer normalen Haushaltssteckdose lässt sich laden, aber sie ist dafür nicht gebaut: Dauerlast über viele Stunden, oft an alter Hausinstallation. Eine Wallbox lädt um ein Vielfaches schneller, ist abgesichert und für den Dauerbetrieb ausgelegt.

  • Anmelden musst du sie immerLadeeinrichtungen sind beim Netzbetreiber anzuzeigen; oberhalb von 12 kVA braucht es zusätzlich seine Zustimmung (§ 19 NAV). Den Papierkram übernimmt in der Regel der Elektrobetrieb, der anschließt.
  • Steuerbar ab 4,2 kWWallboxen über dieser Leistung gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Der Netzbetreiber darf sie bei Netzengpässen zeitweise drosseln, im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte. Für Laden über Nacht ist die Drosselung in der Praxis meist unkritisch.
  • Steuerung ist der eigentliche GewinnDer Grund für eine Wallbox ist selten die Geschwindigkeit, sondern die Regelung: nur mit Überschuss aus der eigenen Anlage laden, oder nur in den günstigsten Stunden. Ohne diese Steuerung verschenkst du beide Effekte, um die es auf dieser Seite geht.
  • Zur MieteAuch hier greift § 554 BGB: Für den Einbau eines Ladepunkts gibt es einen Anspruch auf Zustimmung, über die Ausführung darf der Vermieter mitreden.

Wie viel davon wirklich von der Sonne kommt

Die verbreitete Vorstellung — Anlage aufs Dach, Auto fährt mit Sonne — hält der Tagesrealität nicht stand. Das Auto steht tagsüber meist woanders. Ins Netz eingespeist und abends zurückgekauft ist keine Lösung, sondern ein Verlustgeschäft.

Wir setzen den solaren Ladeanteil auf 35 % an, mit Hausspeicher auf 55 %. Höher kommt, wer im Homeoffice arbeitet, ein Zweitauto hat oder konsequent am Wochenende lädt. Niedriger liegt, wer täglich pendelt — und im Winter liegen alle niedriger.

  • Ladebedarf im Jahr12.000 km bei 17 kWh/100 km2.040 kWh
  • Davon solar (35 %)zu 8 ct/kWh57 €
  • Davon aus dem Netz (65 %)zu 25 ct/kWh332 €
  • Mischpreis je kWhdas ist dein realer Ladepreis19 ct

Die beiden Anteile ergeben zusammen immer genau 100 % des Ladebedarfs. Das klingt selbstverständlich, ist aber der häufigste Fehler in Vergleichsrechnungen: Wer den Solarvorteil und den Tarifvorteil nebeneinander schreibt, zählt dieselbe Kilowattstunde zweimal günstig.

Was am Ende pro 100 Kilometer steht

  • Heute, Benzin7,0 l bei 1,85 €/l12,95 €
  • Elektrisch, zu Hause geladen17 kWh zum Mischpreis3,24 €

Das ist die ganze Aussage dieser Seite — und zugleich ihre Grenze. Verglichen wird nur die Energie fürs Fahren. Das Auto zu kaufen, die Wallbox zu installieren, die Anlage aufs Dach zu setzen, kostet zusätzlich Geld, das hier nicht gegengerechnet ist.

Und der Abstand ist nicht in jeder Konstellation so groß. Bei einem sparsamen Kleinwagen, wenig Kilometern und ohne eigenes Dach kann Laden sogar teurer sein als Tanken. Der Rechner sagt dir das dann auch so.

Und was heißt das für dich?

Die Zahlen oben gelten für ein Durchschnittsprofil. Deine Fahrleistung, dein heutiger Verbrauch und deine Wohnsituation verschieben das Ergebnis erheblich — rechne es mit deinen Werten durch.

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Stand dieser Seite: . Alle Angaben sind Überschlagswerte und keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.